Nach zehn Jahren an der Spitze des CASHPOINT SCR Altach endet am Freitag die zweite Ära von Karlheinz Kopf. Im Interview blickt er auf die Errungenschaften der vergangenen zehn Jahre zurück und zieht Resümee. 

1) Karlheinz, nach siebeneinhalb Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender und knapp drei Jahren als Präsident geht morgen Freitag deine zweite Ära an der Spitze des SCR Altach zu Ende. Welche Gefühle überwiegen, wenn du dein Amt nun übergibst?

Ich verspüre eine große Freude über das Erreichte, aber auch eine gewisse Erleichterung, denn diese Aufgabe war doch auch mit einer großen Portion Verantwortung und Zeitaufwand verbunden. Der jetzt stattfindende harmonische Übergang an der Vereinsspitze macht mich zufrieden und glücklich. Wenn wir jetzt auch noch den Klassenerhalt schaffen, passt eigentlich alles.

2) Zurückgekommen bist du nach dem Abstieg 2009. Seither ist viel passiert. Nach fünf Jahren Zweitklassigkeit gelang 2014 der Aufstieg, im Anschluss sogar zweimal der Sprung nach Europa und auch Personell sowie Infrastrukturell hat sich beim SCRA viel getan. Welches war dein persönliches Highlight in den vergangenen zehn Jahren?

Sportlich waren natürlich der Wiederaufstieg in die Bundesliga und die zwei Europa League-Qualifikationen besondere Highlights. Insgesamt steht aber über allem die Tatsache, dass wir heute organisatorisch, wirtschaftlich und infrastrukturell in Österreich und sogar darüber hinaus als Vorbild unter den kleinen Profivereinen gelten.

3) Zehn Jahre sind eine lange Zeit, viele Dinge haben sich seit 2009 verändert. Was waren die größten Herausforderungen, die es in der vergangenen Dekade an der Spitze des CASHPOINT SCR Altach zu meistern galt?

Wir haben zwischen 2009 und 2013 vier Jahre hindurch den ersehnten Aufstieg jeweils knapp verpasst. Das war stimmungsmäßig im Verein, aber auch budgetär nicht leicht zu bewältigen. Und auch in jüngster Vergangenheit haben mir die teilweise völlig  unangemessenen Erwartungshaltungen und damit verbundene Unmutsäußerungen manchmal ordentlich zu schaffen gemacht. Die bekannten Entwicklungen voranzutreiben war hingegen keine Belastung, das hat mir viel Freude gemacht.

4) Deine erste Amtszeit zwischen 1985 und 1995 endete ebenfalls nach zehn Jahren. Schließt sich damit nun gewissermaßen der Kreis?

Ich bin ein Mensch, der immer bestrebt ist, Bestehendes weiterzuentwickeln oder Neues zu schaffen. Deshalb ähneln sich die beiden Amtszeiten auch ein bisschen: In den ersten zehn Jahren sind wir von der Vorarlbergliga über die Regionalliga erstmals in die 2. Bundesliga aufgestiegen und konnten 1990 die neue Sportanlage Schnabelholz eröffnen. In der zweiten Amtszeit ist es uns gelungen, in die Bundesliga zurückkehren, das Vereinsmanagement zu professionalisieren und die Infrastruktur enorm weiter zu entwickeln und bundesligatauglich zu machen. Somit schließt sich tatsächlich ein Kreis bzw. endet jetzt eine jahrzehntelange schöne Reise.

5) Deine designierten Nachfolger Peter Pfanner und Werner Gunz stehen in den Startlöchern. Was kannst du dem zukünftigen Führungsduo des SCRA mit auf den Weg geben?

Werner hat den Verein unmittelbar vor mir von 2006 bis 2009 als Präsident geführt, Peter war seit 2009 als Mitglied und später als Vorsitzender des Aufsichtsrates zehn Jahre an meiner Seite. Beide haben also große Erfahrung in der Vereinsführung und sind überdies beide sehr erfolgreiche Unternehmer. Sie werden dem Verein auf ihre eigene Art und Weise Impulse geben, Entwicklungen vorantreiben und ihr Bestes für den SCRA geben. Dafür gebe ich ihnen keine Ratschläge sondern nur meine allerbesten Wünsche mit.

6) Zum Abschluss: Die Vorarbeiten für eine erfolgreiche Zukunft wurden in den vergangenen Monaten unter anderem mit der Vereinsstrukturreform gemacht. Wo siehst du den SCR Altach in zehn Jahren?

Der SCR Altach ist seit eineinhalb Jahrzehnten der erfolgreichste und mit Sicherheit auch der am professionellsten arbeitende Vorarlberger Fußballverein. Trotzdem ist es für einen kleinen Verein eine ständige Herausforderung, sich im Kreis der Großen zu behaupten. Wenn wir weiterhin auf eine gesunde wirtschaftliche Basis achten, uns in allen Belangen engagiert und vorausblickend weiterentwickeln, dann werden wir diese Position noch sehr, sehr lange behaupten können.