Am Samstag biegt die mittlerweile 18. Profisaison von Philipp Netzer in die Zielgeraden ein. Im Interview sprechen wir mit unserem Kapitän und Vorzeigeprofi über seine Anfänge, den frühen Schritt zu unserem kommenden Gegner Austria Wien und die aktuelle Entwicklung der Mannschaft.

1.) Rechtzeitig zum Start ins Play Off bist du wieder fit und hast der knapp 60-minütigen Belastungsprobe im Test gegen Schaffhausen standgehalten. Wie geht es dir jetzt körperlich?

Ich habe mich sehr gefreut, nach knapp vierwöchiger Verletzungspause endlich wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen zu dürfen. Körperlich hatte ich keine Probleme und auch die Tage danach verliefen zum Glück ohne negative Reaktion des Körpers.

2.) Du konntest die vergangenen ersten Wochen unter Damir Canadi mit etwas Abstand beobachten. Wie hast du die Entwicklung der Mannschaft wahrgenommen?

Was mir sehr imponiert hat, ist die Tatsache, wie schnell die Mannschaft die Trainingsinhalte in den Spielen umgesetzt hat. Defensiv wirkten wir in den letzten Spielen deutlich stabiler und auch offensiv können wir mehr Akzente setzen.

3.) Zuletzt neun Punkte aus vier Spielen reichen nach der Punkteteilung gerade mal zu drei Zählern Vorsprung auf Tabellenschlusslicht Admira, gleichzeitig steht der SCRA aber auch nur vier Punkte hinter dem TSV Hartberg an der Spitze. An Spannung für die Zuschauer mangelt dieser Modus nicht, was bringt er für euch als Spieler mit sich? 

Man könnte fast sagen, die Meisterschaft beginnt ab Samstag noch einmal von vorne. Natürlich wächst der Druck, dennoch gehen wir mit einem guten Gefühl und wiedergewonnenem Selbstvertrauen in die entscheidende Phase. 

4.) Du warst vor deiner Verletzung in der Innenverteidigung fix gesetzt. Mit welchen persönlichen Erwartungen gehst du in das anstehende Play Off?

Mein Ziel ist es, fit zu bleiben und bereit zu sein, wenn mich die Mannschaft braucht. Wir präsentieren uns in den letzten vier Spielen sehr stabil und solange das der Fall ist, muss ich mich natürlich hinten anstellen, womit ich auch kein Problem habe. Der Erfolg der Mannschaft steht über allem.

5.) Zum Auftakt treffen wir am Samstag auswärts auf die Austria, wo du einst vier Jahre lang selbst deine Fußballschuhe geschnürt hast. Welche Erinnerungen verbindest du mit der Zeit in der Hauptstadt?

Ich verbinde durchwegs Positives mit der Zeit in Wien. Ich konnte sowohl sportlich als auch menschlich sehr viel von meinen damaligen Kollegen mitnehmen und denke noch heute gerne an diese Tage zurück. Natürlich gab es auch Tiefen und Rückschläge, doch genau von diesen Dingen konnte ich in den darauffolgenden Jahren am meisten profitieren.

6.) Du hast als 19-Jähriger diesen Schritt ins „Vorarlberger Ausland“ gemacht. Was waren damals die größten Herausforderungen für dich?

Das gewohnte Umfeld zu verlassen war sicherlich die größte Herausforderung. Doch auch das hat sich nach einer kurzen Eingewöhnungs-Zeit eingependelt. Ich hatte damals, so wie auch heute noch, einfach Spaß am Fußball spielen. Das tägliche Training und die gemeinsame Zeit mit den Kollegen am Platz war die beste Medizin gegen Heimweh und der schnellste Weg, um sich in der neuen Umgebung einzuleben.

7.) Mittlerweile bist du der Erfahrenste im Team und der, der die Jungen anleitet. Wie hat sich das Verhältnis zwischen alten und jungen Spielern in den letzten 15 Jahren gewandelt?

Um ehrlich zu sein, hat sich in diesem Bereich sehr viel verändert - zum Glück. Es wird heute mehr darauf geschaut, dass junge Spieler gut im Team aufgenommen werden und sich wohlfühlen. Meiner Meinung nach profitiert ja schlussendlich die ganze Mannschaft und der Verein davon. Leben sich junge Spieler schneller ein, darf auch schneller Leistung erwartet werden. Die Wichtigkeit eines intakten Kabinenlebens wird leider immer noch viel zu oft unterschätzt.

8.) Zurück in die Gegenwart, die spannend genug ist. Ein guter Start ins Play Off hat in den letzten Jahren glücklicherweise den Nervenkitzel frühzeitig etwas herausgenommen. Was für ein Spiel erwartest du dir am Samstag in der Generali Arena?

Ich erwarte mir ein enges und intensives Spiel. Wir müssen geduldig bleiben und wie in den letzten Wochen, eine gute Balance in unserem Spiel finden. Wenn wir unser Maximum auf den Platz bringen, bin ich mir sicher, dass wir die drei Punkte mit nach Altach nehmen.

Steckbrief:
Name: Philipp Netzer
Geburtsdatum: 02.10.1985
Nationalität: Österreich
Position: Innenverteidiger
Beim SCRA seit: 24.08.2009

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