1.) Sebi, seit 2016 bist du für unsere Torhüter zuständig, bist damals nach dem Ende deiner Profikarriere direkt in den Trainerstab gewechselt. Tormanntrainer in der Bundesliga, für dich ein echter Traumjob?

Es war damals mein Wunsch, die aktive Karriere als Spieler zu beenden. Dass der Übergang in die Position als Trainer so schnell gegangen ist, war nicht absehbar. Ob es ein Traumjob ist, kann ich nicht sagen. Ich weiß aber, dass der Job des Tormanntrainers ein sehr spannendes Aufgabenfeld ist.

2.) Das Tormannspiel hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht gewandelt. Was macht aus deiner Sicht den „modernen Torhüter“ aus?

Das Aufgabenfeld eines zeitgemäßen Torhüters ist mittlerweile sehr breit gefächert und entwickelt sich stetig weiter. Torhüter müssen Antreiber, Ruhepol, Taktgeber und Motivatoren sein. Das Spiel mit dem Fuß ist essenziell für den Spielaufbau und auch die Beherrschung des Raums vor dem Tor bei Angriffen spielt eine wichtige Rolle.

3.) Aktuell setzt sich unser Tormannteam aus dem Quartett Kobras, Durakovic, Ozegovic und Odehnal zusammen. Kobi ist zur Zeit die Nummer eins, dahinter lauert die Jugend. Wie siehst du den „Kampf ums Leiberl“ und wie würdest du unsere vier Torhüter möglichst kurz beschreiben?

Wie bei den Spielern denke ich nicht gerne in Nummern. Martin Kobras macht seine Sache sehr gut und steht deshalb verdient im Tor. Aber ich bin stolz auf die anderen Jungs, die immer näher heranrücken.
Kobras: Zu Kobis größten Stärken gehört sicher, dass er mental gut drauf ist und vieles ausblenden kann.
Durakovic: Er ist ein sehr ruhiger und besonnener Mensch, der aber ganz genau weiß, was er will und wohin sein Weg gehen soll.
Ozegovic: Benni hat eine top Auffassung für Spielsituationen und bringt zudem hohe fußballerische Qualität mit.
Odehnal: Jakob ist das Kücken im Tormannteam. Er trainiert erst seit wenigen Wochen mit uns, weiß aber ebenfalls was er will und versucht jeden Tag besser zu werden.

4.) Die Torwartposition ist insofern eine spezielle, als das immer nur einer spielen kann. Du warst selber jahrelang die Nummer zwei beim SCRA. Wie bist du damals mit dieser Situation umgegangen und welche Tipps gibst du heute deinen Torhütern, die vielleicht ab und an auch ungeduldig werden, wenn sie lange nicht spielen?

Es gibt meiner Meinung nur eine Möglichkeit: Man muss für sich einen Strategie finden, nicht in Spielen zu denken. Die tägliche Arbeit und die Verbesserung muss der Motor sein.

5.) In deiner Zeit als SCRA Tormanntrainer hast du – Interimscoach Wolfgang Luisser eingerechnet – schon sechs verschiedene Cheftrainer erlebt. Was charakterisiert die Zusammenarbeit mit Alex Pastoor, welches sind aus deiner Sicht seine Stärken?

Die Kombination aus Humor und Disziplin habe ich noch nie so erfahren wie bei Alex. Die Wertschätzung für jeden Spieler und die Begeisterung für den Sport weiterzugeben, machen ihn aus.

Steckbrief:
Name: Sebastian Brandner
Geburtsdatum: 08.02.1983
Nationalität: Österreich
Position: Tormanntrainer
Beim SCRA seit: 02.09.2010