Exakt 420 Tage musste Aljaz Casar auf einen Pflichtspieleinsatz im SCRA-Trikot warten. In den letzten beiden Spielen gelangen ihm dann in knapp 40 Einsatzminuten drei Treffer und ein Assist. „Geduld und harte Arbeit“ – damit beschreibt er sein letztes Jahr sehr treffend. Was ihm sonst noch geholfen hat dranzubleiben, erfahrt ihr im Interview.

1.) Knapp eineinhalb Jahre musstest du auf deinen ersten Pflichtspieltreffer im SCRA-Trikot warten. Jetzt hast du innert einer Woche gleich dreimal getroffen und ein weiteres Tor vorbereitet. Woher kommt diese Torgefährlichkeit plötzlich?

Ich bin der festen Überzeugung, dass man für Geduld und harte Arbeit belohnt wird. Wichtig ist, auch wenn es mal nicht so läuft oder man das Gefühl hat, weit von seinem Ziel entfernt zu sein, beharrlich zu bleiben. Irgendwann bekommt man seine Chance und dann muss man bereit sein. So war das auch bei mir.

2.) Du bist als damals 18-Jähriger aus deiner Heimat Mura zum SCRA gewechselt. Wie ist es dazu gekommen und was waren für dich die ausschlaggebenden Punkte hier nach Altach zu wechseln?

Der Transfer ist auch für mich damals eher überraschend zu Stande gekommen. Ich habe mich gerade für meine Abschlussklausuren vorbereitet, als der Anruf kam, dass ich hier in Altach ein Probetraining absolvieren könnte. Es war immer mein Traum, irgendwann Profifußballer zu werden, trotzdem war es für mich schon eine Reise ins Ungewisse. Im Nachhinein bin ich stolz, dass ich mich dafür entschieden habe, diese Herausforderung anzunehmen und zum SCRA zu wechseln. Wäre es mir nicht gelungen, mich hier durchzusetzen, würde ich jetzt wahrscheinlich in Slowenien studieren.

3.) Vergangene Saison hast du gleich zu Beginn mehrfach deine Chance erhalten – Alex Pastoor hat dich immer wieder eingewechselt. Ab Runde fünf musstest du dann aber bis zum Cup-Duell gegen Seekirchen vergangene Woche auf einen Einsatz warten. War der Hunger jetzt umso größer, es allen zu zeigen?

Jeder Fußballer ist ungeduldig und will immer spielen. Aber als junger Spieler ist es wichtig, auch durch solche Phasen zu gehen. Ich konnte im vergangenen Jahr sehr viel lernen, das mir jetzt weiterhilft.

4.) In welchen Bereichen hast du dich zuletzt am stärksten verbessert? Wo siehst du selbst noch Potential?

Seit meinem Wechsel nach Altach habe ich vor allem im körperlichen Bereich viel gearbeitet und meine Fitness auf ein neues Level gebracht. Nichtsdestotrotz ist in allen Bereichen noch viel Potential vorhanden. Ich versuche gut zu zuhören, von Trainern und Mitspielern zu lernen und aus jeder Trainingseinheit das Beste rauszuholen.  

5.) Am 5. Spieltag hat es jetzt endlich mit dem ersten Bundesliga-Sieg in dieser Saison geklappt. Wie groß war die Erleichterung am Samstag nach Abpfiff?

Wir haben gewusst, dass wir das Fußballspielen nicht über die Sommerpause verlernt haben. Trotzdem zählen am Ende des Tages die Ergebnisse und deshalb war es schon ein gutes Gefühl endlich auch diese drei Punkte einzufahren. Für mich persönlich war es mit dem ersten Bundesligatreffer und dem Assist natürlich schon sehr Speziell. Diesen Tag werde ich mit Sicherheit nie vergessen.

6.) Mit den Erfolgen im Testspiel und im Cup ist das Selbstvertrauen zurückgekehrt. Kann der Heimsieg gegen die Admira jetzt auch neue Kräfte für die kommenden Wochen freisetzen?

Natürlich brauchst du Siege, um mit Selbstvertrauen Fußball spielen zu können. Wir wissen das Spiel gegen die Admira richtig einzuordnen und haben den Fokus schon wieder auf das nächste Spiel gelegt. Bei Rapid zu spielen ist nie einfach. Trotzdem haben wir, glaube ich, schon öfters bewiesen, dass wir dort im Stande sind, etwas mitzunehmen. Das muss die Zielsetzung sein.

7.) Zum Abschluss noch eine ganz andere Frage: Was macht Aljaz Casar, wenn mal Trainingsfrei ist? Wie verbringst du deine Freizeit hier im Ländle?

Auch abseits des Fußballs bin ich ein sehr sportbegeisterter Mensch und bin deshalb in der Regel auch an den freien Tagen mit etwas Sportlichem beschäftigt. Gemeinsam mit Jakob (Anm. Odehnal) drehe ich gerne mal mit dem Bike eine Runde. Ansonsten sind wir oft im Fitnessraum, um zusätzliches Training, Mobilisierungsübungen oder einfach nur Stretching zu machen. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich keinen Sport treibe.  

Steckbrief:
Name: Aljaz Casar
Geburtsdatum: 17.09.2000
Nationalität: Slowenien
Position: Zentrales Mittelfeld
Beim SCRA seit: 09.07.2019