Seit Anfang Jänner steht Ogulcan Bekar beim SCR Altach unter Vertrag. Der junge Vorarlberg wechselte vom FC Liefering ins Rheindorf, wo er mit ambitionierten Zielen angetreten ist. Aktuell ist er zum Pausieren gezwungen, an seinen großen Ambitionen hat sich dadurch allerdings nichts geändert.

1.) Olci, nach Unregelmäßigkeiten im Belastungs-EKG hast du das Trainingslager in der Türkei nach wenigen Tagen abgebrochen und seither auch nicht mehr trainieren können. Wie geht es dir mittlerweile?

Durch die Ärzte wurde mir damals vor allem viel Ruhe und der vorläufige Verzicht auf sportliche Tätigkeiten verordnet. Daran halte ich mich natürlich strikt. Zusätzlich muss ich aktuell auch Medikamente einnehmen, welche zuletzt bereits positive Wirkung gezeigt haben und mir hoffentlich helfen, bald wieder mit sportlichen Aktivitäten beginnen zu können.

2.) Wann rechnest du damit, dass du das Training wieder aufnehmen kannst?

Den Tag X gibt es bei so einer Erkrankung leider nicht. Ende April werde ich erneut untersucht. Sofern die Medikamente ihre gewünschte Wirkung zeigen, könnte ich dann wieder mit lockerem Reha-Programm beginnen.

3.) Aktuell pausiert der Fußball ohnehin. Wenn man es positiv ausdrücken möchte, könnte man fast sagen, das Corona-Virus hat dir Zeit in der Regeneration verschafft. Wie verbringst du aktuell die vielen freien Stunden zuhause?

Ich denke, die aktuelle Situation ist für niemanden angenehm und auch für uns Sportler nicht. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es um die Gesundheit jedes Einzelnen geht – das steht im Vordergrund. Ich selber versuche die viele freie Zeit sinnvoll zu nutzen. Mit regelmäßigen lockeren Spaziergängen und Dehnübungen halte ich mich, soweit als möglich, fit. Ansonsten verbringe ich sehr viel Zeit mit der Familie und meiner Freundin.

4.) Bereits mit 16 Jahren bist du von zuhause ausgezogen, um in die Red Bull Salzburg-Akademie zu wechseln. Wie schwer ist dir dieser Schritt damals gefallen?

Zugegebenermaßen war es gerade zu Beginn eine riesen Umstellung, mich von meiner Familie trennen zu müssen. Auch wenn Salzburg ja nicht am anderen Ende der Welt ist, war das alles andere als leicht. Das Gute war, dass ich viele Teamkollegen vom Nationalteam bereits kannte und mir die Eingewöhnung deshalb enorm erleichtert wurde.

5.) Insgesamt dreieinhalb Jahre lang hast du in Salzburg gespielt, dort auch deine ersten Einsatzminuten im Profibereich gesammelt. Wie wichtig war diese Zeit, fernab der Heimat, für dich rückblickend?

Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass mich diese Zeit in Salzburg persönlich mehr geprägt hat als fußballerisch. Leider wurde ich immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen und musste deshalb auch schon früh die weniger schönen Seiten des Fußballs kennenlernen. Das war mental natürlich alles andere als einfach. Ich habe aber gelernt, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen und mich immer wieder zurückgekämpft. Es gibt nichts schöneres, als nach einer längeren Pause wieder mit den Kollegen auf dem Platz stehen zu können.

6.) Anfang Jänner dann der Schritt zum SCRA. Mit welchen Zielen bist du hier nach Altach gekommen?

Mein Ziel ist es, mich dem Trainer in jeder Trainingseinheit anzubieten und so viele Spielminuten wie möglich zu sammeln. Das ist auch die Mentalität, die es braucht, um die eigenen Stärken zu verbessern und die Schwächen abzustellen.

7.) Viele SCRA-Fans kennen dich wahrscheinlich noch gar nicht so gut. Sportdirektor Christian Möckel hat dich als ‚spannenden jungen Stürmer mit viel Potential‘ vorgestellt. Wo siehst du selbst deine größten Stärken?

Ich bin ein Spieler, der seine Stärken im Dribbling hat und über die Geschwindigkeit kommt. Außerdem würde ich da auch noch Freistöße und Schüsse aus der zweiten Reihe dazu zählen.   

8.) In welchen Bereichen gibt es das meiste Potential zur Verbesserung?

Großes Verbesserungspotential habe ich sicher im Kopfballspiel. Ich bringe zwar eine ganz gute Sprungkraft mit, Kopfbälle sind aber eine meiner Schwächen, die ich unbedingt verbessern möchte. Außerdem sehe ich auch im Umschaltspiel nach Ballverlust noch Luft nach oben.

9.) Zum Abschluss werfen wir den Blick nach vorne. Vervollständige folgenden Satz. In einem Jahr bin ich…!

…hoffentlich zu hundert Prozent fit und in der Lage das zu tun, was ich am liebsten mache. Ich hoffe, dass ich bis zur Sommerpause vollständig gesund bin, sich die Lage rund um das Corona Virus beruhigt und ich dann endlich wieder gemeinsam mit der Mannschaft auf dem Platz stehen kann.

Steckbrief:
Name: Ogulcan Bekar
Geburtsdatum: 01.09.2000
Nationalität: Österreich
Position: Angriff
Beim SCRA seit: 07.01.2020