Wie viele andere Bereiche der Gesellschaft steht auch die Fußballwelt momentan still. Noch bevor die Regierung jegliche Trainingsaktivitäten auf den österreichischen Sportplätzen per Erlass unterbunden hat, wurde beim CASHPOINT SCR Altach die Entscheidung getroffen, das Mannschaftstraining auszusetzen und das Risiko einer Corona-Erkrankung von Spielern und Mitarbeitern damit zu minimieren.

Hausarbeiten bei der Familie Pastoor

Für Cheftrainer Alex Pastoor auch knapp zehn Tage später noch die einzig richtige Entscheidung: „Es war zu diesem Zeitpunkt absolut wichtig und richtig, die Kontakte zu minimieren und zusätzlich den Spielern, die sich Sorgen gemacht haben, die Möglichkeit zu geben, zu ihren Familien abzureisen.“ Auch Pastoor selbst weilt aktuell bei der Familie in den Niederlanden, wo er gemeinsam mit dem Sohn das Haus hütet: „Er ist aktuell ebenfalls zuhause, hat heuer Matura und möchte im Anschluss studieren. Wir bleiben so oft wie möglich daheim.“

Für die Frau von Alex Pastoor, eine Arzt-Assistentin, ist das nicht möglich. „Sie macht einen riesen Job momentan“, ist der SCRA-Coach stolz. Er selbst verbringt die Zeit vor allem mit Arbeiten am Haus: „Es gibt genug zu tun. Ich habe jetzt Zeit, Malerarbeiten zu machen, aber auch der Garten wird auf Vordermann gebracht.“

Täglicher Kontakt zur Mannschaft

Seinen Job als SCRA-Trainer muss Pastoor aktuell aus der Ferne koordinieren, der Kontakt mit den Spielern wird sowohl über den SAP-Teamchat, als auch individuell täglich gepflegt: „Ich will genau wissen, wie es allen geht, aber auch ob die Familien der Jungs gesund sind.“

Jeder Akteur hat ein individuelles Heimprogramm mitbekommen. Auch wenn der Fußball aufgrund der aktuellen Situation in den Hintergrund gerückt ist, gilt es das körperliche Niveau aufrecht zu erhalten, zumal irgendwann wieder Normalität einkehren wird. „Die aktuelle Situation fordert den Spielern ein hohes Maß an Eigenverantwortung ab. Ich vertraue ihnen da aber zu hundert Prozent.“ Über spezielle Uhren hat jeder einzelne Akteur die Möglichkeit, alle relevanten Werte abzulesen. „Vor allem Gewicht und Fettwerte sollten passen.“

Sorgen, dass die Mannschaft ihre Form über die Pause einbüßen könnte, macht sich Pastoor keine. „Wir waren körperlich, mental und taktisch in einer guten Verfassung. Sobald wir wissen, wann es weitergeht, werden wir dieses Niveau relativ rasch wieder erreicht haben. Davon bin ich überzeugt. Sobald wir wieder ein konkretes Ziel vor den Augen haben, kommt auch wieder der Fokus. Spielern, die damit Probleme haben, werde ich helfen.“

Mehr und Besser

Insgesamt stimmt ihn die Entwicklung der vergangenen Monate optimistisch. „Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Die Mannschaft ist stabiler geworden. Spiele, die wir nicht gewinnen konnten, haben wir zumindest nicht verloren – mit Ausnahme der letzten Partie in der Südstadt natürlich. Ich denke schon, dass das ein gutes Fundament ist, auf dem wir aufbauen können. Zufriedenheit wäre aber der falsche Ansatz. Für mich als Sportler gibt es immer nur die Devise ‚mehr und besser‘!“