Der CASHPOINT SCR Altach kämpft nach dem Qualifikationsdurchgang in den Play Offs um ein Europacup-Ticket. Dank des 1:0 (1:0)-Auswärtserfolgs bei der WSG Tirol ist dem SCRA zumindest Platz zwei nicht mehr zu nehmen.

Alex Pastoor griff von Beginn weg auf den wiedergenesenen Berkay Dabanli zurück. Der Jubilar – Dabanli feierte heute seinen 30. Geburtstag – bildete gemeinsam mit Philipp Schmiedl die Innenverteidigung in der Vierer-Abwehrkette. Dafür bekam Emir Karic, leicht angeschlagen, eine Pause. Auch Johannes Tartarotti, der bislang in allen Spielen des Qualifikationsdurchgang zum Einsatz kam, nahm zu Beginn auf der Bank Platz. Manfred Fischer kehrte dafür zurück in die Anfangself zurück.

Schreiner muss früh verletzt raus

Das Spiel begann dann denkbar ungünstig aus Altacher Sicht. Keine drei Minuten waren gespielt, als Neurauter gegen Schreiner viel zu ungestüm angeflogen kam. Der fünffache Saisontorschütze verletzte sich dabei am Sprunggelenk und konnte nicht mehr weiterspielen. Bereits in Minute 10 musste Alex Pastoor deshalb Manuel Thurnwald für Schreiner bringen.

Trotzdem übernahm der SCRA schnell das Kommando und kam in Person von Schmiedl zur ersten Möglichkeit. Nach Sam-Flankenball aus dem Halbfeld köpfte der 22-Jährige vorbei. Ein ganz früher Nussbaumer-Treffer blieb am heutigen Nachmittag im Tivoli zwar aus, in Minute 6 probierte es aber auch der junge Langenegger erstmals. Sein Abschluss aus gut 18 Metern war noch kein Problem für Oswald. Wenige Augenblicke später verzog er dann im Strafraum freistehend.

Altach drückte und hatte Chancen beinahe im Minutentakt. Wieder nur wenige Augenblicke später fasste sich dann auch Anderson ein Herz. Aus gut und gerne 30 Metern zog der Startelf-Rückkehrer einfach mal ab, der Ball landete im Außennetz. Knapp 20 Minuten waren gespielt, da musste auch Martin Kobras erstmals eingreifen. Bei einem scharfen Abschluss von Adjei hatte der SCRA-Schlussmann die Arme schnell oben.

Nussbaumer zum Vierten

Das Tor sollte dann auf der Gegenseite fallen. Daniel Nussbaumer traf mit seinem 4. Saisontreffer zum 1:0 (21.) – nach einem Meilinger-Eckball musste der Youngster nur noch den Kopf hinhalten. Altach hatte jetzt alles im Griff und wäre nach traumhaften Sam-Lupfer auf Fischer beinahe zum zweiten Tor gekommen. Bei dessen Querpass stand Gebauer im Abseits. Eine Minute später hatte der Tiroler gegen seinen Ex-Verein die nächste Chance auf dem Kopf, erwischte den Ball diesmal aber nicht richtig.

Altach war die klar tonangebende Mannschaft, ließ Ball und Gegner laufen und kam nach 35 Minuten wieder gefährlich vor das Tor von Ferdinand Oswald. Thurnwald trug einen Freistoß aus 20 Metern sehr gut an, hatte aber das Pech, dass sich der Ball knapp am Gehäuse vorbeidrehte. Die WSG wechselte dann bereits 10 Minuten vor der Pause. Zlatko Dedic kam für Felix Adjei in die Partie.

Altach dominiert

Am Spielgeschehen änderte das nicht viel. Altach hatte weiterhin das Heft des Handelns in der Hand und beste Tormöglichkeiten. Eine solche vergab Fischer fünf Minuten vor der Pause, nach schönem Doppelpass mit Meilinger. Einen unangenehmen Thurnwald-Versuch kurz danach klärte Oswald mit den Fäusten. Mit der knappen Altacher Führung ging es dann in die Katakomben. Zur Pause wechselten beide Teams – Zwischenbrugger kam für Oum Gouet, Maierhofer auf der anderen Seite für Santin.

Kaum war das Spiel wieder angepfiffen, da hätte Nussbaumer beinahe nachgelegt. Meilinger setzte den Youngster mit einem Ideal-Zuspiel in Szene, der setzte den Ball alleinstehend vor Oswald knapp neben das Tiroler Tor. Keine drei Minuten später setzte sich wieder der Langenegger bärenstark über links durch, legte diesmal perfekt auf Fischer und dieser traf mit seinem Abschluss den Querbalken. Auch Meilinger fand dann seine Torchance vor, diesmal rauschte der Ball über das Tiroler Tor.

Aus dem Nichts kamen dann nach 57 Minuten plötzlich auch die Tiroler zu einer Topchance. Yeboah wurde am Fünfer völlig freigelassen, setzte seinen Kopfball aber neben das Altacher Tor. Auf der Gegenseite setzte Schmiedl einen Fischer-Eckball mit dem Hinterkopf knapp über das Tor. Minute 62 stand auf der Anzeigetafel, als Alex Pastoor doppelt wechselte. Daniel Nussbaumer und Sidney Sam hatten ihren Dienst getan, dafür kamen Johannes Tartarotti und Julio Villalba. Am Charakter des Spiels änderte dies weiterhin wenig. Meilinger und Gebauer kamen keine zwei Minuten nach dem Doppelwechsel jeweils zu weiteren guten Tormöglichkeiten.  

Glück bei Maierhofer-Lattenkracher

Die beste Tiroler Chance bis dahin hatte dann der zur Pause eingewechselte Stefan Maierhofer (68.), als er aus 25 Metern abzog und den Ball an die Latte donnerte. Auch davon ließ sich Altach am heutigen Tag aber nicht beeindrucken und übernahm schnell wieder die Spiel-Hoheit. Einzig die Torchancen-Verwertung muss man dem Team von Alex Pastoor heute vorwerfen.

Für die Schlussphase brachte der Altach-Coach mit Matthias Maak dann eine weitere Defensiv-Verstärkung. Der ganz Starke Marco Meilinger ging vom Platz. Richtig viel Glück brauchte dann noch einmal die Gäste-Mannschaft. Wieder wurde es nach einem Eckball gefährlich, Yeboah traf aus der Drehung aber nur die Latte.

SCRA steht im Play Off

Dass es in den letzten Minuten noch einmal spannend wurde, lag einzig und allein daran, dass der SCRA es verabsäumt hatte, frühzeitig den Sack zu zumachen. Trotzdem reichte der Auswärtssieg zum fixen Play Off-Platz im Kampf um ein Europacupticket.

WSG Tirol vs. CASHPOINT SCR Altach 0:1
Samstag, 27.06.2020, 17 Uhr
Tivoli, Innsbruck

Tore: 0:1 Nussbaumer D. (20.)