Trotz knapp 85-minütiger Überzahl musste sich der CASHPOINT SCR Altach dem FC Red Bull Salzburg am Samstagnachmittag mit 4:1 geschlagen geben. Eine rote Karte gegen Andre Ramalho und die Führung durch Tartarotti reichten nicht für den Punktgewinn.

Teil der Startelf gegen den amtierenden Meister war erstmals Chinedu Obasi. Der Deutsch-Nigerianer startete genau wie Tino Casali, welcher für den angeschlagenen Martin Kobras das Tor hütete. Kobras musste mit muskulären Problemen passen.

SCRA fast 85 Minuten in Überzahl

Salzburg übernahm dann erwartungsgemäß von Beginn weg das Kommando. Daka und Mwepu war es vorbehalten, die ersten Torschüsse im Spiel abzufeuern. Bei beiden Versuchen strichen die scharfen Geschosse aber am von Tino Casali gehüteten Kasten vorbei. Den ersten Schuss aufs Tor verbuchte ebenfalls Daka, Casali packte aber zu. Im direkten Gegenzug setzte es den ersten richtigen Aufreger. Daniel Nussbaumer stürmte nach langem Oum Gouet-Zuspiel alleine auf den Salzburger Kasten zu, wurde von Andre Ramalho aber festgehalten. Schiedsrichter Manuel Schüttengruber entschied auf Torraub und rote Karte (7.) für den Brasilianer. Damit spielte der SCRA fast 85 Minuten in Überzahl.

SCRA präsentiert sich selbstbewusst

Altach präsentierte sich gegen den österreichischen Serienmeister mit viel Selbstvertrauen und kam in Minute 12 selbst zu seiner ersten Tormöglichkeit. Anderson fasste sich aus 25 Metern einfach mal ein Herz und zwang Stankovic zu einer Glanzparade. Glück hatte die Altacher Hintermannschaft nach einer guten viertel Stunde als Okugawas Schlenzer am Außenpfosten landete.

Nach der hektischen Anfangsphase beruhigte sich das Spiel anschließend etwas. Es dauert knapp zehn Minuten, ehe das Ländle-Team zum zweiten Mal an diesem Nachmittag richtig gefährlich werden sollte. Thurnwald versuchte es per Freistoß aus knapp 20 Metern und zwang Stankovic zu einer Faustabwehr. Auf der Gegenseite hatte Szoboszlai die Salzburger Führung auf dem Fuß, konnte sich zum Glück für den SCRA aber nicht so richtig zwischen Querpass und Abschluss entscheiden.

Tartarotti mit der Führung

Nach einer guten halben Stunde traf dann Albert Vallci Anderson an der Sechzehner-Kante. Diesmal ließ Manuel Schüttengruber Milde walten und verzichtete auf die gelb-rote Karte. Trotzdem sollte der SCRA wenige Augenblicke später jubeln. Nach einem schönen Flankenball von Anderson blieb Johannes Tartarotti per Kopf eiskalt und stellte auf 1:0 aus Sicht des SCRA. Die Freude über die Führung sollte allerdings nicht lange halten.

Salzburger Doppelschlag vor der Pause

Im direkten Gegenzug legte Zwischenbrugger Patson Daka im Strafraum und Schiedsrichter Schüttengruber zeigte auf den Punkt. Tino Casali ahnte zwar die Ecke, war gegen den genau geschossenen Elfmeter von Szoboszlai aber machtlos. Dabei sollte es leider nicht bleiben. Eine weitere Unaufmerksamkeit sechs Zeigerumdrehungen später bestrafte Daka mit dem zweiten Salzburger Treffer.

Altach ließ sich aber nicht aus dem Konzept bringen und wäre unmittelbar vor dem Pausenpfiff beinahe zum Ausgleich gekommen. Nussbaumer bugsierte das Leder vom Fünfer nur wenige Zentimeter am Salzburger Kasten vorbei. So ging es mit dem 2:1-Pausenrückstand in die Katakomben.

Salzburg mit dem Blitzstart

Während der SCRA die ersten Momente im zweiten Durchgang dann leider verschlief, kam Salzburg mit viel Tempo zurück aufs Feld. Keine 80 Sekunden waren gespielt, da stand es 1:3 aus Altacher Sicht. Daka nutze ein Kommunikationsproblem zwischen Casali und Zwischenbrugger und Koita musste nur noch abstauben. Alex Pastoor reagierte und brachte mit Manfred Fischer sowie Marco Meilinger zwei neue Kräfte. Für Jan Zwischenbrugger und Alain Wiss war der Arbeitstag hingegen beendet.

Meilinger sollte dann auch gleich die nächste Altacher Tormöglichkeit vorbereiten. Stankovic verschätzte sich bei einem Eckball von Altachs Nummer elf, Anderson war beim Kopfball aber wohl etwas überrascht und konnte den Ball nicht über die Linie drücken. Im Gegenzug zeichnete sich Casali bei einem Geschoss von Sekou Koita aus. Knapp zehn Minuten später war er dann machtlos. Salzburg kombinierte sich in gewohnter Manier durch und Kristensen stellte aus kurzer Distanz auf 4:1.

Für die letzten 20 Minuten stellte Alex Pastoor dann noch einmal um. Für den leicht angeschlagenen Manuel Thurnwald und Debütant Chinedu Obasi brachte er Philipp Netzer sowie Daniel Maderner neu in die Partie. Auch Gegner Salzburg schöpfte alle Wechselmöglichkeiten aus, so dass das Spiel etwas an Tempo verlor.

Turbulente Schlussphase ohne weiteren Treffer

Mann der Schlussphase war schließlich Tino Casali. Erst hatte er in Minute 80 Glück, als Mwepu einen missglückten Ausflug nicht bestrafte, dann konnte sich der Altacher Schlussmann gleich mehrfach auszeichnen. Sowohl gegen Adeyemi als auch gegen Koita parierte er bärenstark. Auf der Gegenseite hätten Maderner und Stefel noch für Ergebniskorrektur sorgen können, scheiterten spät in der Nachspielzeit aber an Cican Stankovic.

So blieb es beim 4:1 für das Heimteam, welches auch in Unterzahl seine Klasse ausspielte und die drei Punkte verdientermaßen in der Red Bull Arena behielt.

FC Red Bull Salzburg vs. CASHPOINT SCR Altach 4:1 (2:1)
Samstag, 19.09.2020, 17:00 Uhr
Red Bull Arena, Salzburg

Tore: 0:1 Tartarotti (33.), 1:1 Szoboszlai (35./FE.), 2:1 Daka (41.), 3:1 Koita (47.), 4:1 Kristensen (63.)
Rote Karte: Ramalho (6. / Torchancenverhinderung)