Nach einer völlig verrückten Partie in St. Pölten nimmt der CASHPOINT SCR Altach einen ganz wichtigen Punkt, im Kampf um den Klassenerhalt, mit ins Ländle. Daniel Maderner, per Traumtor, und "Joker" Danilo Carando sorgten für das Auswärtsremis. 

Aufgrund der drei Punkte gegen die Veilchen hatte die Canadi-Elf heute gegen die „Wölfe“ den ersten Matchball im Hinblick auf den Klassenerhalt auf dem Fuß. Der Gegner aus der niederösterreichischen Haupstadt stand im Vergleich zu den Rheindörflern vor dieser Partie unter deutlich größerem Druck. Denn der Rückstand auf Altach betrug drei Partien vor Schluss bereits sechs Zähler, auf den rettenden Tabellenplatz – den momentan die Admira hält – fehlten ebenfalls schon fünf Punkte.

Früher Schock

Damir Canadi konnte für dieses Duell nahezu aus dem Vollen schöpfen, der SCRA-Coach schickte die selbe Startformation wie am vergangenen Samstag gegen die Wiener Austria aufs Feld der NV-Arena. Aus Altacher Sicht begann die Partie dann allerdings denkbar schlecht. Es waren keine 180 Sekunden absolviert, da gingen die Hausherren bereits in Front. Hugi setzte Schmidt ein, der Martin Kobras aus kurzer Distanz bewzingen konnte.

Und es sollte noch bitterer kommen. Nur fünf Minuten später zappelte der Ball erneut im Altacher Tor. Völlig unbedrängt konnte Hugi im Sechzehner einschieben. Die erste gute Gelegenheit des SCRA hatte dann Fischer nach etwas mehr als zehn Minuten, der Schuss des Offensivmannes landete nach Edokpolor-Zuspiel aber nur am Außennetz.

Es lief die 19. Spielminute, da tauchte der SCRA erneut gefährlich im Strafraum des Gegners auf. Thurnwald ließ zwei Gegenspieler aussteigen und schloss dann ab. Der Schuss des Außenverteidigers wurde Beute von SKN-Keeper Riegler. Zu einer umstrittenen Szene kam es dann nach 27 Minuten, als Maderner von Riegler zumindest berührt wurde und zu Boden ging. Die Pfeife des Unparteiischen blieb aber stumm und zudem gab es obendrein die gelbe Karte für den Altacher Stürmer.

Canadi wechselt schon vor der Pause

Auf der Gegenseite hatten die „Wölfe“ dann ihrerseits die große Chance sogar auf 3:0 zu erhöhen. Kobras verhinderte gegen den freistehenden Hugi aber zum Glück den dritten Gegentreffer. Daraufhin reagierte Canadi und brachte mit Casar einen neuen Spieler in diese Partie. Für Neven Subotic war der Arbeitstag beendet, Haudum rückte zurück ins Abwehrzentrum.

Kurz vor dem Pausenpfiff fanden die Rheindörfler noch eine Gelegenheit vor, um zu verkürzen, ein gefinkelt getretener Freistoß von Meilinger konnte von Riegler gerade noch entschärft werden. Somit ging es mit dem 0:2-Rückstand in die Katakomben, der aus groben Unkonzentriertheiten in der Altacher Defensive zu Beginn zu Stande kam.

Maderner-Traumtor bringt SCRA zurück

Zu Wiederbeginn tauschte Canadi dann weitere zwei Mal, Emanuel Schreiner und Danilo Carando kamen statt Edokpolor und Meilinger neu in die Partie. Der Argentinier kam damit zu seinem Pflichtspieldebüt im SCRA-Trikot. Die zweite Hälfte war nicht einmal vier Minuten alt, da eroberte Maderner die Kugel in der gegnerischen Hälfte und fasste sich ein Herz. Der Distanzschuss des Angreifers aus großer Distanz überraschte Riegler und schlug unwiederstehlich in die Maschen ein, Altach war damit wieder dran.

Die Geschehnisse überschlagen sich

Die Freude darüber hielt allerdings nicht lange, denn in Minute 56 war der alte Abstand wieder hergestellt. Erneut war es Schmidt, der auf Kopfballvorlage von Hugi zu viel Platz vorfand und Kobras zum zweiten Mal an diesem Abend bezwingen konnte. 

Ein weiterer Weckruf für die Altacher, die im Anschluss durch Fischer zur zweiten nennenswerten Möglichkeit nach der Pause kamen. Dieser fiel aber zu zentral aus und landete in den Armen von Riegler. In der 66. Minute war es dann aber so weit, Altach konnte erneut verkürzen. Fischer mit dem Pass zur Mitte, die Kugel wurde abgefälscht und landete vor den Beinen von Carando. Der Argentinier blieb bei seinem Debüt eiskalt und vollstreckte mit seinem Premierentreffer zum 2:3.

Die Messe in der NV-Arena war in diesem ereignisreichen Spiel also noch nicht gelesen, den Altachern blieben noch mehr als 20 Minuten Zeit, um das Ergebnis noch positiv zu gestalten. Mit Emir Karic kam dann noch eine weitere frische Kraft aufs Feld, der zukünftige Darmstädter ersetzte Manuel Thurnwald.

Doppelpacker Carando sorgt für den Ausgleich

Nur sechs Minuten später war es erneut der Argentinier Danilo Carando, der für Jubel bei seinen Teamkameraden sorgte. Schreiner flankte von links, im Zentrum stieg der 32-Jährige zum Kopfball und stellte auf 3:3. Zunächst herrschte noch etwas Verwirrung, ehe klar war, dass der Treffer zählte, da einige Akteure bei den Niederösterreichern mit einem Foulpfiff rechneten, dieser aber ausblieb.

In der Schlussphase dieser nervenzerreißenden Partie kam dann auch noch Daniel Nussbaumer für den erneut sehr bemühten und auffälligen Daniel Maderner, der zudem mit seinem Traumtor nach der Pause den SCRA wieder in den Spur gebracht hatte.

Der eben eingewechselte Nussbaumer war es dann auch, der sogar die Gelegenheit auf den vierten SCRA-Treffer vorfand. Riegler blieb allerdings in diesem Duell der Sieger und verhinderte einen weiteren Gegentreffer für seine Vorderleute.

Ganz wichtiger Punkt

Es blieb schlussendlich beim 3:3-Unentschieden. Die Canadi-Elf zeigte unglaubliche Moral und erkämpfte sich nach zweifachem Zwei-Tore-Rückstand noch diesen Zähler, der den Klassenerhalt zwar noch nicht zu 100% sichert, ein weiterer großer Schritt in diese Richtung ist aber gemacht.

Spusu SKN St. Pölten - CASHPOINT SCR Altach 3:3 (2:0)
Dienstag, 11.05.2021
18:30 Uhr, NV-Arena

Tore: 1:0 Schmidt (3.), 2:0 Hugi (8.) 2:1 Maderner (49.), 3:1 Schmidt (56.), 3:2 Carando (66.), 3:3 Carando (72.)