1. Servus Rudi, seit Sommer bist du für die sportlichen Belange bei den Juniors und dem 1b sowie die Kooperation mit der Akademie verantwortlich. Wie fällt dein Resümee nach der ersten Halbsaison in der sportlichen Leitung aus?

Nach 10 Jahren als sportlicher Leiter im Nachwuchsbereich war es für mich persönlich an der Zeit etwas Neues zu finden. Die neue Aufgabe in der sportlichen Verantwortung bei den Juniors und beim 1b unterscheidet sich grundlegend von meiner vorherigen Tätigkeit. Ich empfinde es aber als sehr spannend, zumal ich hier etwas bewegen kann. Leichter gemacht hat für mich den Abschied aus dem Nachwuchs zudem die Tatsache, dass mit Frank Türtscher eine perfekte Nachbesetzung gefunden wurde. In den ersten vier Monaten ging es vorwiegend darum, die Arbeitsweise von Trainern, Spielern und Verantwortlichen noch besser kennenzulernen und die Abläufe zu ermitteln.
Jetzt gilt es im nächsten Schritt, Maßnahmen zu setzen, um sich in allen Bereichen weiter zu verbessern.

2. Die Juniors haben den Sprung ins Play Off knapp verpasst – was waren aus deiner Sicht die entscheidenden Faktoren, dass es schlussendlich nicht ganz gereicht hat?

Ich würde das an zwei Faktoren festmachen. Zum Einen hat uns über die gesamte Herbstsaison gesehen leider die Konstanz gefehlt und zum Anderen haben wir gegen die vermeintlich kleineren Gegner zu viele Punkte liegen gelassen. Ich denke, das kommt ganz gut zum Ausdruck, wenn man sieht, dass wir gegen die Top drei fünf der sechs direkten Duelle gewonnen haben.

3. Im Sommer wurde aus der Regionalliga West die vn.at Eliteliga und damit auch ein neuer Modus eingeführt. Wie bewertest du diese Ligareform nach der ersten Halbsaison? Wo gibt es eventuell noch Verbesserungspotential?

Um ein erstes Zwischenfazit zu ziehen, würde ich sagen, dass die Ligareform absolut gelungen ist. Der Modus macht das Ganze für die Teams noch etwas spannender – bestes Beispiel sind die Entscheidungsspiele am letzten Spieltag im Grunddurchgang, wo wir uns im Fernduell mit dem VfB Hohenems den Platz um das Play Off ausgespielt haben. Endgültig ist die Einführung der Eliteliga aber sicher erst am Saisonende zu bewerten.

4. Ziel der Juniors muss es immer auch sein, junge Spieler näher an den Profikader heranzuführen. Welchen Spielern ist aus deiner Sicht im vergangenen halben Jahr der größte Entwicklungssprung gelungen?

Leo Mätzler ist zum Beispiel einer, der im vergangenen Herbst einen riesen Schritt gemacht hat. Er durfte vom Start weg im Profiteam mit trainieren und konnte sich bei uns die nötige Spielpraxis holen. Auch Daniel Holzknecht ist sicher ein Rohdiamant, der konstant seine Leistung abruft und im vergangenen Herbst 17 der 18 Juniors-Spiele bestritten hat. Zu nennen sind aber auch David Schnellrieder, der heuer sehr verlässlich getroffen hat sowie Kapitän Tino Dietrich als Dauerläufer und Vorbild in Sachen Einstellung. Viele unserer jungen Spieler sind im Herbst im Erwachsenenfußball angekommen und werden im Frühjahr den nächsten Schritt machen.

5. Genau wie die Profis sind auch die Juniors vor wenigen Wochen in den neuen Trainingscampus umgezogen. Wie würdest du den Wert dieser nun doch stark verbesserten Trainingsbedingungen für euch beziffern?

Für uns Juniors sind die Trainingsbedingungen im Campus natürlich ein Quantensprung. Jeder Spieler, Trainer und Betreuer bekommt hier die Möglichkeiten noch professioneller zu arbeiten und das in unmittelbarer Nähe zum Profiteam – was für die Jungs natürlich eine besondere Motivation ist. Der Campus bietet alles was es braucht, um unser Ziel zu erreichen, beste Amateurmannschaft Vorarlbergs zu werden.

6. Unser 1b hat im vergangenen Herbst ebenfalls ganz vorne mitgespielt und überwintert in der 2. Landesklasse auf dem 3. Rang. Wie zufrieden stimmt dich das Abschneiden unserer dritten Kampfmannschaft und wo kann die Reise in dieser Saison noch hingehen?  

Ich denke, das 1b hat mit sechs Siegen zum Start den Grundstock gelegt, um ganz vorne mitzuspielen. Im Sommer hat sich der Kader nur marginal verändert, weshalb von Beginn weg eine eingespielte Truppe auf dem Platz stand. Schön zu sehen ist, dass hier ausschließlich Altacher Jungs dabei sind, was auch neben dem Platz zu spüren ist. Ich traue der Mannschaft von Christoph Begle auf jeden Fall zu, bis zum Schluss um den Aufstieg mit zu spielen.

Steckbrief:
Name: Rudolf Gussnig
Geburtsdatum: 19.06.1969
Nationalität: Österreich
Position: Sportliche Leitung Juniors/1b