1.) Servus Leo, nach langer Leidenszeit konntest du in den vergangenen Wochen endlich wieder regelmäßig auf dem Platz stehen und bei den Juniors auch Spielpraxis sammeln. Wie groß ist die Erleichterung, wenn man nach so langer Zeit endlich wieder das tun kann, was man am liebsten tut?

Es gleicht einer großen Befreiung. Ich habe Tag für Tag an mir gearbeitet, nie aufgegeben und immer daran geglaubt, dass ich wieder auf den Platz zurückkehren werde. Ich habe meine Gesundheit sehr zu schätzen gelernt und umso glücklicher macht es mich, dass sich die investierte Arbeit und Zeit gelohnt haben und ich wieder mit sehr viel Spaß am Platz stehen kann.

2.) Deine Krankenakt ist wie gesagt leider schon etwas länger. Zähl mal kurz auf, welches waren die Verletzungen, die dich in den vergangen zwei Jahren gestoppt haben?

Gleich zu Beginn meiner Zeit in Altach haben mir  zuerst eine bakterielle Infektion und dann eine Mandelentzündung einen optimalen Start verwehrt. Danach hatte ich mit langwierigen und hartnäckigen Rückenbeschwerden zu kämpfen, die ich erst im April 2019 überwinden konnte. Vor Saisonende folgte dann noch eine Gehirnerschütterung. Im Sommer haben mich zwei aufeinanderfolgende Zerrungen am gleichen Oberschenkelmuskel außer Gefecht gesetzt, weswegen ich unter anderem die gesamte Vorbereitung verpasst habe. Anschließend erwischte es mich Ende August gleich im 1. Training nach Wiedereinstieg mit einer weiteren Gehirnerschütterung und einem Nasenbeinbruch.

3.) Mit den Juniors wurde der angepeilte Play Off Platz schlussendlich leider knapp verpasst. Woran hat es aus deiner Sicht gelegen, dass es nicht ganz gereicht hat?

Wir haben ganz einfach zu oft unnötig Punkte liegengelassen, die wir nun zum Ende hin unbedingt gebraucht hätten. Zudem hat uns meiner Meinung nach immer wieder auch das letzte Quäntchen Cleverness gefehlt, um einerseits in Spielen nach Vorsprung frühzeitig den Deckel draufzumachen und andererseits in knappen Spielen die Oberhand zu behalten.

4.) Du selbst spielst dein zweites Jahr im Rheindorf, hoffentlich jetzt erstmals für eine längere Zeit verletzungsfrei. Welche Ziele hast du dir für diese Saison gesetzt?

Zum einen hat logischerweise meine Gesundheit für mich eine hohe Priorität. Zum anderen möchte ich weiter Tag für Tag an mir arbeiten, um stetig besser zu werden und so viele Spielminuten wie möglich zu sammeln. Ich werde immer bereit sein und sich ergebende Chancen nutzen.

5.) Vorher warst du drei Jahre lang beim 1. FC Nürnberg aktiv. Wie war das damals als 16-Jähriger so weit weg von zu Hause? Würdest du den Wechsel im Nachhinein betrachtet noch einmal machen?

Es war eine unglaublich spannende und herausfordernde Zeit. Ich habe dadurch schon früh gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen, selbständig zu leben und Herausforderungen zu meistern. Es war sowohl menschlich als auch sportlich eine sehr wertvolle und erfolgreiche Zeit, die mich sehr geprägt hat und die ich nicht missen möchte. Ich würde die Entscheidung zu jeder Zeit wieder genau gleich treffen.

Steckbrief:
Name: Leonardo Zottele
Geburtsdatum: 16.04.1999
Nationalität: Österreich
Position: Innenverteidiger
Beim SCRA seit: 01.07.2019