1. Philipp, nach deiner Operation vor knapp eineinhalb Monaten bist du aktuell so gut wie jeden Tag im Kraftraum des neuen Campus anzutreffen. Wie geht es dir und wie verläuft der Heilungsprozess?

Danke, ich bin mit dem Heilungsprozess bislang sehr zufrieden und merke so gut wie jeden Tag die körperlichen Fortschritte, die ich mache. Auch wenn ich ihn natürlich lieber auf dem Platz sehen würde, wird das Ganze zusätzlich durch meinen Trainingspartner Marco Meilinger erleichtert. Wir beiden haben richtig Spaß und arbeiten täglich hart für unser Comeback.

2. Wunschvorstellung von dir und von uns allen wäre eine Rückkehr auf den Platz zur Wintervorbereitung. Ist das momentan realistisch?

Mein Ziel ist es, bis zum Wintertrainingslager in der Türkei wieder voll ins Mannschaftstraining einzusteigen. Bereits im Dezember kann ich wieder beginnen, mit Ball zu trainieren, wobei es für Zweikämpfe und aggressivere Bewegungen definitiv noch zu früh ist. Damit möchte ich dann aber in der Vorbereitung im Jänner wieder beginnen.

3. Sportlich gab es am Wochenende leider erneut einen Rückschlag. Trotz ganz starker Anfangsphase verlor man am Ende das Spiel in Hartberg und das in 60-minütiger Überzahl. Wie kannst du dir erklären, dass plötzlich der Faden reißt, nachdem wir eine halbe Stunde lang alles im Griff hatten?

Ich glaube, für uns alle war das Spiel in Hartberg ein besonders bitteres. Bis zum Gegentor waren wir richtig gut im Spiel, haben offensiv gut kombiniert und es verabsäumt, schon früher alles klar zu machen. Zum einen gehen wir da viel zu fahrlässig mit unseren Chancen um, zum anderen bringen wir den Gegner mit individuellen Fehlern leider immer wieder unnötig zurück ins Spiel. 

4. Die Planungen fürs Frühjahr gehen damit wohl erneut in Richtung unteres Play Off, wo Stand jetzt nach der Punkteteilung alle sechs Teams innerhalb von drei Zählern wären. Bist du eigentlich ein Freund dieses Ligamodus, der seit vergangener Saison zur Anwendung kommt?

Ich persönlich habe mich mit diesem Ligamodus abgefunden und bin schon der Meinung, dass es die Liga für die Zuschauer interessanter gemacht hat. Dadurch ist jetzt sowohl im Kampf um die vorderen Plätze als auch hinten über die gesamte Saison für Spannung gesorgt.

5. Das Restprogramm im Jahr 2019 hat es noch einmal in sich. Dem letzten Heimspiel gegen den WAC folgen zwei Auswärtspartien in Graz und St. Pölten. Als jemand, der das Glas immer eher halb voll sieht – was erwartest du dir bis zur Winterpause?

Am vergangenen Sonntag hat man einmal mehr gesehen, dass wir in jedem Spiel die Chance haben, etwas mitzunehmen. Wir betreiben selber einen Riesenaufwand, um zu Tormöglichkeiten zu kommen, diese gilt es dann eben konsequenter zu nutzen. Auf der Gegenseite ermöglichen wir dem Gegner das Toreschießen viel zu leicht. Da braucht es mehr Konstanz in unserem Spiel, dann bin ich überzeugt davon, dass bald auch die Ergebnisse wieder stimmen.

Steckbrief:
Name: Philipp Netzer
Geburtsdatum: 02.10.1985
Nationalität: Österreich
Position: Innenverteidiger
Beim SCRA seit: 02.10.1985