Seit vergangenem Donnerstag wird auf den Trainingsplätzen rund um die CASHPOINT Arena wieder Fußball gespielt. Vorerst in Kleingruppen bereitet sich das Team von Alex Pastoor auf die verbleibenden zehn Spiele der aktuell unterbrochenen Saison vor. Wieder mit von der Partie ist Philipp Netzer. Nach langer Verletzungspause möchte der SCRA-Kapitän im Saisonfinish noch einmal angreifen.

1.) Die Mannschaft ist am Donnerstag nach über sechs Wochen Pause in Kleingruppen wieder ins Training eingestiegen. Wie waren die ersten Trainingstage?

Wir haben uns alle sehr darauf gefreut, dass wir uns nach dieser langen Zeit wiedersehen konnten und endlich auch der Ball wieder eine Rolle im täglichen Training spielt. Es ist zu spüren, dass das allen sehr gefehlt hat. Aktuell stehen Passspiel und Ballübungen ohne Körperkontakt im Vordergrund. Zusätzlich arbeiten wir täglich an unserer körperlichen Fitness, um voll da zu sein, wenn es hoffentlich bald weitergeht.

2.) Du selbst warst unmittelbar vor der Corona-bedingten Unterbrechung am Sprung zurück auf den Platz – hast bei den Juniors auch schon erste Einsatzminuten sammeln können. Wie geht es dir mittlerweile mit der Verletzung?

Ich bin mit dem Heilungsverlauf der letzten Wochen und Monate sehr zufrieden und kann mittlerweile sagen, dass ich mich zu 100 % fit und gesund fühle. Die Spielpraxis fehlt natürlich noch, aber auch das wird noch kommen.

3.) Nun sieht es danach aus, als könnte die laufende Saison zu einem sportlichen Ende gebracht werden, wenn auch ohne Zuschauer. Wie schwierig ist es, nach der langen Pause wieder in den Wettkampfmodus zu schalten?

Das Gute ist, dass jede Mannschaft die gleichen Voraussetzungen hat. Wer es schafft, sich an die gegebenen Bedingungen am besten anzupassen, wird am Ende erfolgreich sein. Ich bin mir sicher, dass wir unser Ziel, trotz der langen Zwangspause, nicht aus den Augen verloren haben.

4.) In der Qualifikationsgruppe ist alles offen, die sechs Teams sind nur durch vier Punkte voneinander getrennt. Der Grat zwischen Europacup und Abstieg ist in diesem Modus ein dünner. Was sind aus deiner Sicht die entscheidenden Faktoren, um schlussendlich um die vorderen Plätze mitzuspielen? 

Für Spannung ist in diesem Ligamodus definitiv gesorgt. Das Rezept für ein erfolgreiches Play Off ist im Prinzip ganz einfach. Es geht darum, das selbstbewusste Auftreten, die Stabilität und die Effizienz der letzten Spiele mitzunehmen und diese Faktoren in jeder einzelnen Begegnung abzurufen. Dann werden wir mit hinten nichts zu tun haben und können noch einmal vorne angreifen.

5.) Zuschauer sind in dieser Saison definitiv keine mehr erlaubt. Hast du schon mal ein Geisterspiel gespielt und macht das aus deiner Sicht auf dem Platz einen Unterschied?

Ein richtiges Geisterspiel war in meiner Karriere bislang zum Glück noch nicht dabei, wobei das ein oder andere Spiel in der 2. Liga diesem leider schon sehr nahe kam. Es macht natürlich einen Unterschied, ob Zuschauer im Stadion Stimmung machen oder nicht. Leid tut es mir vor allem um unsere Fans, auf deren Support wir nur sehr ungern verzichten. Wie bereits gesagt, heißt es aber die Situation so anzunehmen, wie sie ist und das Bestmögliche für uns herauszuholen.

6.) Auch abseits des grünen Rasens hat die Corona Krise in den vergangenen Wochen vieles verändert. Wie hast du die Zeit zuhause verbracht?

Unser Trainingsplan war sehr straff und ich hatte eigentlich immer genug Programm. Langweilig ist mir mit Sicherheit nicht geworden. Natürlich habe ich die Maßnahmen der Regierung umgesetzt und versucht, mich und meine Familie bestmöglich zu schützen. Auch diese schwierige Zeit wird irgendwann vorübergehen. Bis dahin heißt es zusammenhalten und, so wie wir aktuell beim Training am Platz, Abstand halten.

Steckbrief:
Name: Philipp Netzer
Geburtsdatum: 02.10.1985
Nationalität: Österreich
Position: Inneverteidigung
Beim SCRA seit: 24.08.2009